Unsere Ausrüstung
Auch wenn zweifellos das Unterwegs sein mit öffentlichen Verkehrsmittel die beste Reiseform ist, um Land und vor allem Leute kennen zulernen, haben wir uns für das Reisen im eigenen Fahrzeug entschieden. Das verschafft ein Minimum an Privatsphäre bei einem Maximum an Beweglichkeit.
- Allrad muss es haben, das Fahrzeug, damit wir auch mal die ausgetretenen Pfade verlassen können; eine schlammige Piste im Amazonasbecken soll ebenso wenig ein Hindernis sein wie ein schottriger Andenpass.
- Diesel oder Benziner? Ganz klar Diesel: Er ist robuster, genügsamer hinsichtlich Spritverbrauch- und Qualität und seine Kraftreserven im unteren Drehzahlbereich lassen uns eine heikle Flußdurchfahrt auf sandigem Untergrund etwas entspannter angehen. Sein einziger Nachteil dürfte der höhere Anschaffungspreis sein. Aber auch der relativiert sich sehr schnell, weil Dieselkraftstoff in der Regel billiger ist als Benzin.
- Ein Fahrzeugtyp soll es sein, der in möglichst vielen Ländern, die wir bereisen, anzutreffen ist, so dass eine halbwegs gesicherte Ersatzteilversorgung gewährleistet ist.
- Eine Wohnkabine wollen wir haben. Auf unseren bisherigen Reisen hatte uns ein Zelt immer genügt, und würde die Reise nicht so lange dauern, wir hätten uns sicherlich wieder für diese Unterkunft entschieden. Aber wir sind zwei Jahre unterwegs, streckenweise in Regionen, in denen man durchaus ein gesteigertes Bedürfnis hat, sich von der Umgebung etwas zurückzuziehen; sei es vor irgendwelchen Viehchern, vor Wind und Wetter oder vor allzu aufdringlichen Menschen.
- Und auch auf einen gewissen Wohnkomfort wollen wir nicht verzichten: Stehhöhe, getrennter Koch-, Schlaf- und Sitzbereich, damit allmorgen- und abendliche Umbauaktionen wegfallen. Toll wären eine Nasszelle mit Toilette und Dusche und ausreichend Stauraum.
- Und nicht zuletzt: finanzierbar muss das Fahrzeug natürlich auch sein.
So viele Anforderungen reduzieren das mögliche Angebot erheblich. Ein Landcruiser oder Land Rover mit Wohnkabine und der Ausstattung, wie wir sie uns vorstellen, ist zwar zu bekommen, aber diese Fahrzeuge sind nicht ausgelegt für einen derartig schweren und hohen Aufbau. Ein Unimog oder MAN-Truck – ja, das wär’s! Aber: die waren uns zu teuer, zu auffällig und zu exotisch für unser Reiseziel.
Und dann fanden wir sie: „Lucy“! Im Internet auf mobile.de: ein alter, unverwüstlicher 85’er US Ford
F250 Pickup mit nagelneuer, festmontierter Wohnkabine hintendrauf. 6,9 Liter V8 Saugdiesel, kein überflüssiger Elektronik-Kram, dafür ehrliche, unverwüstliche Grobmotorik, robustes Fahrgestell, komfortabler Aufbau, finanzierbar und … bildschön! Eher einem Gefühl folgend erwarben wir die alte Lady und taumelten vor Glück; machten uns auf diversen Touren mit ihren Eigenheiten vertraut, rüsteten sie auf und änderten hingebungsvoll die Farben in der Wohnkabine. Die „Generalprobe“ vor unserer großen Reise unternahmen wir im Sommer 2004. In sechs Wochen wollten wir über Norwegen ans Nordkap und über Finnland zurück. Ca. 200 km nördlich des Polarkreises nahe dem kleinen Kaff Fauske endete die Testfahrt mit kapitalem Getriebeschaden …! Nun gut, das kann man reparieren, aber unserer Euphorie hinsichtlich Lucy’s Talente bekam doch eine gewaltige Delle.
Danach stand Lucy für fast 6 Monate in der Werkstatt – bei Smitty in der Nähe von Göppingen. Alles, was irgendwie überholungsbedürftig erschien, hat Smitty zerlegt und wieder zusammengebaut: Getriebe, Einspritzdüsen, Kühlung, Bremsen, etc. Und nun …, tja, … nun wollen wir hoffen, dass Lucy, die alte Dame uns nicht im Stich lässt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Kleiner Ausschnitt aus unserer Ausrüstungsliste:
Basisfahrzeug:
- Ford F250 Bj 1985 (Lucy)
- Motor: 6,9l/V8 Saugdiesel
- Getriebe: 3-Gang Automatik
- Leistung: 129 KW
- Tankvolumen: 2x 80l
Wohnkabine:
- Selbstbau von Alexander Schuler, Forst/Schonungen, Bj 2000
- Wasser: 120l Frischwasser, 70l Abwasser
- Truma Heizung
- 2-Flamm-Kocher
- Kühlschrank
- Nasszelle mit Dusche und WC
- Bett: 140x200 Alkoven
Außerdem:
- 50er Yamaha Motorroller
- Kanu
- GPS Garmin 60CS










